Tanzen zwischen Himmel und Erde

Von Geburt aus drückt sich der Mensch durch seinen Körper aus. Bewegung ist Leben. Ob wir uns bewegen oder nicht: unsere Lungen, unser Herz, unsere Augen, unsere Gedanken, unsere Verdauungsorgane, unsere Gefühle und alle Zellen bewegen sich ständig. Der Tanz ist eine natürliche Verlängerung der Gesten des Lebens. Ideen und Gefühle verbinden sich im Tanz.

Mehr als anderswo ist in Afrika der Tanz Ausdruck des täglichen Lebens: ob bei Geburt oder Tod, Initiation, Reife und Hochzeit, Saat und Ernte, Fischfang, Handwerk oder Wasser holen, religiösen Zeremonien, Ritualen und kriegerischen Ereignissen, der Tanz und die Musik sind kaum wegzudenken.

Der Tanz ist stärker als Gesten, aussagekräftiger als Worte, reicher als die Schrift, weil er ausdrückt, was der Mensch im tiefsten seines Inneren fühlt. Die Tänze Afrika‘s beinhalten eine symbolische Geschichte, eine Form der Meditation, eine Kunst der Unterhaltung, eine unterhaltsame Zerstreuung, ein Spiel, ein Sport, eine Lebenskunst, eine intensive Form des Ausdrucks des Menschen mit der Natur, mit der Gesellschaft, eine universelle Sprache, ein Dialog zwischen verschiedenen Kulturen, eine Therapie….

Die Tänze beinhalten das Unbeschreibliche, sie sind die Verbindung des Körpers, der Erde, dem Kopf und dem Himmel. Die traditionellen Tänze beinhalten das gesamte Universum. Sie drücken die Beziehung zwischen dem Alltäglichen und dem Übernatürlichen aus. Darum unterscheidet man zwischen profanem und sakralem Tanz. Der profane Tanz steht allen offen im Gegensatz zum sakralen, rituellen Tanz, wo nur Eingeweihte Eintritt haben.